MEIN  KUNSTKONZEPT



 

MEIN KUNSTKONZEPT IST MEIN LEBENSKONZEPT

 

Eine Verantwortung sehe ich nicht nur in meinem persönlichen und meinem künstlerischen Tun, sondern auch in der sozialen - gesellschaftlichen Dimension der Kunst allgemein.

 

DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT MEINER ARBEIT

 

In meinem künstlerischen Tun, geht es mir um die Auseinander- setzung menschlicher und teilweise auch naturhafter Prozesse und Beziehungen. Häufig sind meine Arbeiten geprägt vom Aufbrechen fester Strukturen, sowie von der Suche nach dem Verborgenen und Fehlenden. Dazu schichte ich Formen und Materialien, trenne sie und löse sie auf, um sie verwandelt wieder in einen neuen Zusammenhang  - eine neue Gestalt zu bringen. Ein Grundthema meiner Arbeiten ist der Zwischenraum – die Spannung zwischen Polen – das Spüren von Kräften – Energien – Prozessen – Spuren – Begegnungen.

 

EIN - NOCH NICHT - UND EIN  - NICHT MEHR

 

Malen ist für mich ein sehr emotionaler Zustand, in dem die Freiheit von Bewegung, Farbe, Form und das Material ihren eigenen Prozess erfordern. Meine gesamte künstlerische Entwicklung und auch mein direkter Arbeitsprozess sind bestimmt von einem Wechselspiel zwischen Chaos und Ordnung – Bewegung und Stille – Vertrautheit und Fremdheit – sowie einem Ringen um Reduktion, Entschiedenheit und Authentizität. Ein richtiges Bild ist ein aufrichtiges Bild.

 

KUNST ALS ANOLOGIE ZUM LEBEN.

 

Bilder sind für mich Denkräume oder Ähnlichkeitsräume, die zu einer inneren Kommunikation auffordern möchten und gleichzeitig eine Begegnung suchen. Bilder bringen zur Sprache, was die Sprache nicht ausdrücken kann. Ein Bild muss etwas sagen, fragen – den Betrachter irgendwie ansprechen oder "berühren", ohne verstanden zu sein oder gefallen zu müssen.

 

IN DIESEN SINNE, SOLLTE MAN EINEM BILD WIE EINEM  MENSCHEN BEGEGNEN.

 

Ich stelle meine Farben meist selbst her, benutze unterschiedlichste Materialien und kombiniere verschiedene Arbeitstechniken in einem Bild.

Um die persönlichen Assoziationen des Betrachters nicht zu lenken oder einzugrenzen, haben alle meine Bilder keine Titel. 



Ich werde solange malen, wie ich mich noch über meine eigenen Bilder wundern kann.


 

 

 

 

WAS IST KUNST ?

 

Kunst ist Kommunikation :1. ein Werk - eine Arbeit. 2. eine Selbstoffenbarung - ein sich zeigen - 3. ein Apell an den Betrachter 4. eine Beziehung - zeitweilige Verbundenheit. Kunst ist etwas, was nicht gut aussehen muss - aber gut zu denken ist. Nietsche : "Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen." Kunst, die gleich verstanden und gefallen will, ist Dekoration. Man sollte einem Bild wie einem fremden Menschen gegenübertreten. Sich auf ein Bild wirklich einlassen, um sich mit ihm auseinander zusetzen. Eine künstlerische Arbeit will uns ansprechen, uns festhalten für einen Moment. Ein Bild „schweigt“ und gerade durch diese Stille, kann es uns etwas sagen, fragen, uns berühren. Kunst bewegt sich zwischen Nähe – und Unnahbarkeit, dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen Zeigen und Verbergen. Malerei als Sprache. Die Bilder müssen ES sagen, alles andere sind nur Worte. Kunst bringt etwas zur Sprache, was die Sprache nicht ausdrücken kann. Ein Kunstwerk, dass verstanden werden will, hört auf Kunst zu sein. Kunst ist Verwandlung - Grenzüberschreitung –  Gestalt gewordene Aufmerksamkeit – Entschiedenheit. Die künstlerische Handlung ist das Wort des Künstlers – das Material fordert seinen eigenen Prozess. Ein Bild ist nie fertig – genauso wenig wie ein Mensch. Bilder bringen eine Haltung zum Ausdruck. Sie sollen keine Illustration von etwas sein. Es geht um einen Ausdruck, nicht um ein Abbild:  "Das Blühen malen – nicht die Blume." In der Kunst gibt es nichts zu verstehen – nur viel zu entdecken. Aufmerksamkeit ist der Wert, erst das Denken, macht das Werk zum Kunstwerk. Die notwendige Katastrophe des Nichtverstehens. Kunst kann nur erfahren – erlebt werden – nicht erklärt. Joseph Beuys: "Das Kunstwerk ist das allergrößte Rätsel, aber der Mensch ist die Lösung." Ich versuche die Zeit zu verstehen den heutigen Menschen, auch mich. Die Ambivalenzen, die Suche nach dem Weg, nach der Bedeutung. Kunst soll im Sinne des Wortes fragwürdig - merkwürdig bleiben. Kunst muss nicht wie Kunst aussehen. Das Geheimnis der Kunst ist, dass sie neue Geheimnisse schafft. Die Behauptung, dass es sich um Kunst handelt, stellt der Künstler auf, damit wird die Ordnung der Interpretation vorgegeben. Es gilt nicht, nach neuen Ideen zu suchen, sondern einen neuen Blick auf die gewohnten Dinge zu richten. Der Alltag wird in die Kunst erhoben. Kunst darf nicht originell sein wollen, sie hat die Aufgabe Sinnlichkeit wiederzugeben und Heimlichkeiten zu wahren. Bilder müssen etwas verbergen um zu suchen und etwas für sich finden zu wollen. Es gibt keine Antworten auf die Fragen eines Kunstwerkes. Kunst ist gegen lasches Denken und schnelles Verstehen. Wer Kunst macht, lässt sich auf unlösbare Probleme ein. Kunst machen ist das Wagnis des sich Aussetzens. Man entscheidet sich für die Existenz von Problemen. Erkennen bedeutet in der Kunst: Nicht verstehen. In der heutigen Kunst geht es nicht um das Können – ein Handwerk sondern um eine Haltung. Künstlerische Arbeit widerspricht normaler Arbeit. Dazu gehört Spielerischer Umgang mit dem Material – Ineffizienz – keine Angst sich lächerlich zu machen – trotz Erfahrung immer wieder hilflos zu sein - Risikobereitschaft – Kampf – Unsicherheit und trotzdem immer weiter machen müssen. Ich sehe, was ich denke. Wir sehen nur, was uns anblickt. Der Künstler produziert. Die andere Hälfte geschieht beim Betrachter. Das Werk schweigt den Betrachter an. Es zeigt nur sich selbst – eine eigene Spannung – seine eigene Frage. Wer sich nur für das interessiert, was er schon kennt, sollte sich von der Kunst fernhalten. Ein Bild ist still anwesend  präsent – eine Möglichkeit von Kontakt – von Fremdheit und Nähe zugleich. Bildende Kunst – ein Bild – ist immer persönlich. Auch der Betrachter steht ihm als Persönlichkeit gegenüber. Es fordert ihn auf. Kunst gibt eine andere Tonart an; man kann versuchen, sich auf sie einzustimmen sich an ihr zu erproben. Kunst ist nicht eine Imitation des Lebens – sie ist eine merkwürdige - fragwürdige Form des Lebens selbst. Das Auge schläft, bis der Geist es mit einer Frage weckt. Der Geist schläft, bis das Auge ihn mit einer Frage weckt. Es geht nicht um Vermittlung sondern um Ermittlung. Einfach nur etwas merken – etwas anderes - ohne es schnell verstehen oder erklären zu wollen. Kunstwerke erzeugen die Ordnung der Interpretation, und nicht die Interpretation. Yves Klein: "Glück ist von der Kunst zu lernen, wie man auch dem Ungesicherten vertraut." Suche ist ein Begriff für künstlerisches Arbeiten. Ähnlichkeitsräume öffnen – vergleichen – erinnern. Kunst ist wie das Leben – man weiß nie, wo es hingeht. Der erste Blick : Ich sehe, vergleiche mit Bekanntem und bewerte. Der zweite Blick: Mit Aufmerksamkeit genauer betrachten  suchen – entdecken. Der dritte Blick: Ich beziehe mich mit ein – deute symbolisiere – empfinde – frage. Die Kunst an sich ist ein leerer – offener Raum – ein Phänomen - sie ist nicht da - ich muss sie mir aneignen. In der Kunst gibt es keine Gebote oder Verbote – man fühlt sich verunsichert. Die extreme Bandbreite der Kunst unserer Zeit, spiegelt die extreme Bandbreite und Suche nach der heutigen Identität von Menschen wieder. Berührung ist die Brücke, die ein Werk zum Kunstwerk macht. Selbstbegeisterung als Berührungsqualität. Die Suche nach dem Einfachen – das Weglassen des Zuvielen. Ein richtiges Bild, ist ein aufrichtiges Bild. Kunst als Fremdsprache, die ich immer wieder neu zu lernen versuche. Kunst ist nicht das Leben und das Leben ist nicht Kunst, erst die Liebe zu beiden, kann sie zu Einem machen. Kunst zu begegnen ist ein Ereignis besonderer Art - ein besonderes Fest. 

 

Dazu lade ich sie herzlich ein.